Rueda Weinroute

Auf der "Ruta del Vino" durch die D.O. Rueda

 

Grüne Felder, duftende Pinienwälder, weite Rebflächen mit kargen, steinigen Böden, geschichtsträchtige Städte und verträumte Ortschaften, die sich ausschließlich dem Weinanbau verschrieben haben – all das ist Rueda, die mittlerweile bedeutendste Weißweinregion Spaniens.

Die Weine der geschützten Herkunftsbezeichnung D.O. Rueda sind auch in Deutschland äußerst beliebt. Basis des außergewöhnlichen Erfolges ist eine Rebsorte, die sich perfekt an die klimatischen Bedingungen Kastiliens angepasst hat: die Verdejo.

Das war nicht immer so. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts lag Rueda im Dornröschenschlaf. Der einstige Ruhm der Weine, die im Mittelalter am spanischen Hof und in ganz Europa getrunken wurden, war verblasst. Schuld war die Reblausplage 1884, die die autochthone Verdejo fast vollständig zerstörte. Die Traube, verantwortlich für die charakteristische Würzigkeit der Weine, geriet in Vergessenheit.

 

 

[RUEDA - RUTA DEL VINO auf YouTube entdecken >>]

Wiederbelebte Tradition

Die Geschichte um die Wiederentdeckung der Rebsorte ist legendär: In den 1970er Jahren wollte die Bodega Marqués de Riscal es den französischen und deutschen Winzern gleichtun und auch in Spanien weiße Qualitätsweine produzieren. Da Rioja – der eigentliche Stammsitz der Bodega – dafür nicht die richtigen Gegebenheiten bot, durchsuchte der französische Önologe Émile Peynaud im Auftrag der Riscals drei Jahre lang das Land nach dem perfekten Weißwein-Terroir. Eines Tages, nahe Tordesillas, plagte den Weinexperten ein menschliches Bedürfnis. Er verließ gezwungenermaßen die Straße und fand – neben Erleichterung – äußerst wohlschmeckende Trauben, die er noch nirgendwo anders gesehen hatte. Die Verdejo war wiederentdeckt und wurde wenig später wieder zur Weinproduktion eingesetzt, was der gesamten Region bis heute einen rasanten Aufstieg beschert. Verdejo-Weine sind weltweit der Renner und wieder Synonym für den spanischen Weißwein geworden.

 

Verdejo und das passende Gericht

>> zur E-Broschüre: Wissenswertes über die RUEDA-Weine
>> zur E-Broschüre: Wissenswertes über die RUEDA-Weine

Wer glaubt, dass Weißweine nur zu wenigen Gerichten passen, irrt. Speziell Verdejo lässt sich mit verschiedensten Speisen kombinieren und bietet viele Möglichkeiten für eine gelungene "Maridaje" – zur Hochzeit – wie man in Spanien sagt. Foodpairing heißt das in Fachkreisen und meint die gekonnte Abstimmung aller Gänge auf die Weine. Mit etwas Übung kann ein ganzes Menü mit den charakteristischen Weinen aus Rueda begleitet werden. Traditionell sind Verdejos junge Weine von grün-gelber Farbe, fruchtig, elegant und frisch. Mittlerweile bieten einige Bodegas auch im Fass ausgebaute Verdejo-Weißweine, die intensivere Noten haben sowie Espumosos, also Schaumweine. Letztere eignen sich hervorragend als Aperitif oder als sommerliche Erfrischung.

Verdejo-Weine bestechen vor allem durch ihren einzigartigen Geschmack: Feine Kräuterwürze mit Spuren von Fenchel und Anis sowie mineralischen Noten werden von fruchtigen Aromen, wie Pfirsich, grünem Apfel, Stachelbeere, Kiwi und Zitrus umspielt. Die gehaltvollen, harmonischen Weine vermitteln ein sattes Mundgefühl, zeichnen sich durch eine attraktive Säure aus und passen so zu nahezu allen Gelegenheiten: als Begleiter zu Fleisch und Fisch, zu Pasta und Reis oder zu leichten Saucen und Marinaden.

  

Mehr über die D.O. Rueda erfahren: www.dorueda.com/de 

und in der [E-Broschüre: Wissenswertes über die RUEDA-Weine]

 

Die RUEDA Weinroute

 

Die Weinroute für Genießer

 

Der stetig wachsenden Bekanntheit Ruedas ist das neueste touristische Projekt der Region zu verdanken: die “Ruta del Vino“, auf der Weinliebhaber die Region mit ihren Weingütern und touristischen Highlights erfahren können.

 

Auf der Website www.rutadelvinoderueda.com werden insgesamt 14 Bodegas in den Provinzen Valladolid und Avila vorgestellt, die Besuchern Führungen und Verkostungen anbieten. Neben dem önotouristischen Fokus informiert die Plattform auch über Kulturelles und Historisches und gibt Tipps, wo man am besten übernachten, essen und shoppen kann.

 

Die Anreise erfolgt zum Beispiel per Flugzeug über Madrid. Mit dem Mietwagen geht es dann nach Norden. Etwa 2 Stunden braucht man bis nach Valladolid, der Hauptstadt der autonomen Region Kastilien León. Vorher lohnt es sich bereits einige Stopps einzulegen, z.B. bei Pecado Artesano in Gomeznarro. Hier riecht es köstlich nach traditionellen Leckereien wie Galletas, Lágrimas, Pecaditos - nichts für Diätbewusste, aber die richtige Grundlage zur Weiterfahrt nach Medina del Campo. Hier sind die Geschäfte auch sonntags geöffnet, dafür jedoch donnerstags geschlossen. Bei einem kleinen Spaziergang kann man die Burg La Mota aus dem 15. Jh. und den Dueñas-Palast besichtigen und nach ein paar typisch kastilischen Tapas beispielsweise die nahegelegenen Bodega Emina oder Bodegas Castelo de Medina besuchen.

 

Weiter geht es dann in das Herz der Region – in das beschauliche Dörfchen Rueda, Sitz des Kontrollrates der gleichnamigen D.O., der seit 1980 über das Wohl der Verdejo wacht. Wunderbar übernachten lässt es sich mit bis zu 10 Personen in der gemütlichen Villa Calera oder gleich in der Bodega Felix Sanz. Diese ist eines der vielen Weingüter, die sich in unmittelbarer Nähe Ruedas befinden, weitere gibt es in La Seca und Serrada.

 

Das Labyrinth des Minotaurus liegt in Rueda

Unbedingt Halt machen sollte man bei der Grupo Yllera und eine Führung der besonderen Art durch die alten Keller miterleben. Unter vielen Bodegas der D.O. Rueda finden sich noch heute alte Gewölbekeller. Oft unterwandern sie kilometerweit entsprechend den oberirdischen Grundstücksgrenzen ganze Dörfer. Viele Kellerräume mit altertümlichen Luftschächten und individuellen Zugängen sind verfallen und werden nicht mehr genutzt. Yllera bietet mit "EL Hilo de Ariadne" ein weintouristisches Erlebnis. Anhand der griechischen Geschichte um den Ariadnefaden können insgesamt zehn restaurierte Gewölberäume besichtigt werden. Bei einer unterhaltsamen Führung erfährt man die ganze Geschichte und kann am Ende auch die Weine stilecht bei einem Menü im Gewölbekeller verkosten.

 

Danach kann man in Tordesillas etwas Geschichte schnuppern: das Städtchen erlangte 1494 weltweite Bedeutung, als Papst Alexander VI. hier die Neue Welt zwischen Spanien und Portugal aufteilte. Ein Besuch im königlichen Kloster Santa Clara, wo Teile des ehemaligen royalen Palastes im Mudéjarstil zu sehen sind, bereitet auf die herrschaftliche Nachtstätte vor: In dem in einem Pinienhain gelegenen Parador Nacional de Turismo de Tordesillas erholt man sich im malerischen Garten, im türkischen Bad oder Jacuzzi von den Reisestrapazen. Im zugehörigen Restaurant kann man mehrgängig schlemmen: Neben abwechslungsreichen Gemüse- und Linsengerichten, Kalbsbraten, Täubchen, Milchlamm und Spanferkel aus dem Holzofen, serviert man hier auch den "Gallo Turresilano" – freilaufende Hühner aus Tordesillas –  der nach einem sehr alten Rezept zubereitet wird. Heimischer Käse und Verdejo-Weißwein runden das traditionelle kastilische Abendessen ab.

 

Pinchos, nicht Tapas

Schlusspunkt der Reise ist Valladolid, eine lebendige Großstadt mit fast einer halben Million Einwohnern. Auch hier ist Wein bestimmendes Thema. Die Universität verbirgt sich zwar hinter einer barocken Fassade, aber natürlich kann man hier modernste Technologien rund um Weinbau und Önologie studieren – was viele junge Winzer Ruedas getan haben. Darüber hinaus lockt die Stadt mit der beeindruckenden Plaza Mayor, den Kirchen Vera Cruz und Santiago, einem regen Nachtleben und kulinarischen Hochgenüssen. Tapas heißen hier Pinchos und jährlich werden in der "Semana del Pincho“, also der Woche der Pinchos, die besten davon gekürt. Die siegreichen Häppchen bleiben dann oft jahrelang auf den Speisekarten und deshalb kann man bei einem Zug durch die Lokale viele köstliche Preisträger probieren. Wer lieber verweilen möchte, kann zum Beispiel im Restaurant "Los Zagales" ein Pinchos Menü probieren.

 

Die beste Reisezeit ist übrigens zwischen Juni und September: es gibt wenig Regen und es herrschen sommerliche Temperaturen. Für die Planung sollte man beachten, dass im August ganz Spanien Ferien macht und viele Weingüter sowie Geschäfte komplett schließen. Wer hingegen im September fährt, kann hautnah miterleben wie geschäftig die Region zur Lesezeit ist, und die begleitenden Erntefeste in Rueda, La Seca oder Serrada mitfeiern.

 

Mehr über die RUEDA-Weinroute, die Stationen und Weingüter: www.rutadelvinoderueda.com

 

Die RUEDA-Region in Karte entdecken!

WEITERE INFORMATIONEN | KONTAKT

D.O. RUEDA

C/ Real 8, E-47490 Rueda | Valladolid | Spanien

 

Telefon: +34 (0) 983 / 868 248

Telefax: +34 (0) 983 / 868 135 

E-Mail: crdo.rueda@dorueda.com

 

 

Weitere Informationenwww.dorueda.com/de